Stoffstrom- und Abfallmanagement

Gemäß der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) hat die Abfallvermeidung in Deutschland höchste Priorität. Diese wird in der Rangfolge, wie mit Abfällen umzugehen ist, gefolgt von der Wiederverwendung und dem Recycling. Bei Verpackungen zeichnet sich in Deutschland jedoch ein gegenläufiger Trend ab. Die Menge an Verpackungsabfall zur Entsorgung nimmt stetig zu. Der Marktanteil an wiederverwendbaren (Haushalts-)Verpackungen sinkt und knapp die Hälfte der Kunststoffverpackungsabfälle wird verbrannt. Hier spielt das Design von Verpackungen eine maßgebliche Rolle, um eine Kreislaufführung ermöglichen zu können.

Konzepte wie Unverpackt-Läden stellen erste Meilensteine dar. Jedoch machen Verpackungen, die beim privaten Endverbrauch zur Entsorgung anfallen, insgesamt nur knapp die Hälfte der angefallenen Verpackungsmengen aus.

Aus dem Grund setzt sich dieses Forschungsfeld mit folgenden Fragen auseinander:

  • Welche Verpackungsstrategien, Geschäftsmodelle und (alternative) Produktservicesysteme führen insgesamt zu einer Reduktion der Material- und Abfallströme im Laufe der gesamten Wertschöpfungskette von Produkten?
  • Welche Designanforderungen/ Bewertungsparameter ergeben sich u.a. aus dem derzeitigen Abfallmanagement, um eine Kreislauführung der Materialien auch nach der Nutzungsphase (z.B. durch Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit) gewährleisten zu können?

Hierzu wird u.a. eine Materialflussanalyse (MFA) am Beispiel von ausgewählten Produkten durchgeführt, in der die Mengen und Wege der produktbezogenen Material-/Abfallflüsse im Fokus stehen. Diese ermöglicht sowohl den IST-Zustand darzustellen und Hot-Spots zu identifizieren sowie Effizienzmaßnahmen durch Simulationen. Auch sollen Zielkonflikte aufgedeckt werden. Betrachtet wird, ob Optimierungen/ Einsparungen von Verpackungen entlang der Lieferkette zu erhöhten Produktabfällen (z.B. bei Lebensmitteln) führen oder die Recyclingfähigkeit beeinträchtigen.

Ansprechpartnerin

Sarah Julie Otto, M.Sc.
Technische Universität Berlin, Institut für Technischen Umweltschutz
Fachgebiet Kreislaufwirtschaft und Recyclingtechnologie

Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

+49 (0)30 314-75809